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Wie viele Banken gibt es in Deutschland?

Stand 13. September 2026754 Wörter4 QuellenRedaktion globalwirtschaft.de
Kurz beantwortet

Ende 2025 gab es in Deutschland 1.327 Kreditinstitute mit 16.799 Zweigstellen, gut die Hälfte weniger als im Jahr 2000 mit damals 2.912 Instituten. Das Drei-Säulen-Modell aus privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken prägt den Markt weiterhin: Zusammen kommen die drei Gruppen auf 1.227 der 1.327 Institute. Ihre gemeinsame Bilanzsumme lag Ende 2024 bei rund 11,21 Billionen Euro.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ende 2025 zählte Deutschland 1.327 Kreditinstitute mit zusammen 16.799 Zweigstellen im ganzen Bundesgebiet.
  • Im Jahr 2000 gab es noch 2.912 Kreditinstitute, die Zahl sank seither um rund 54 Prozent.
  • Private Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken bilden das Drei-Säulen-Modell mit zusammen 1.227 Instituten Ende 2025.
  • Großbanken kamen 2025 auf einen Anteil von 8,5 Prozent aller Bankfilialen, Sparkassen und Landesbanken auf 40,5 Prozent.
  • Die Bilanzsumme aller Bankengruppen in Deutschland lag Ende 2024 bei rund 11,21 Billionen Euro.
Wie viele Banken gibt es in Deutschland?Platzhalterbild bis zur Bildabnahme

Die Zahl der Banken hat sich seit 2000 mehr als halbiert

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank gab es Ende 2025 in Deutschland 1.327 rechtlich selbstständige Kreditinstitute. Zum Jahresende 2000 waren es nach dem damaligen Bankstellenbericht der Bundesbank noch 2.912 Institute, darunter acht rechtlich unselbstständige öffentliche Bausparkassen. Die Zahl der Banken sank in diesen 25 Jahren damit um 1.585 Institute oder rund 54 Prozent, mehr als die Hälfte. Auch das Filialnetz schrumpfte deutlich: 2025 zählte die Bundesbank 16.799 Zweigstellen im Inland, ein Rückgang um 1.071 oder 6 Prozent allein gegenüber dem Vorjahr 2024 mit 17.870 Zweigstellen. Getrieben wird der Rückgang vor allem durch Fusionen, besonders im genossenschaftlichen Sektor, sowie durch die zunehmende Nutzung von Online-Banking. Allein die Deutsche Bank baute ihr Zweigstellennetz im Jahr 2025 um 709 Filialen ab, ein wesentlicher Teil des Rückgangs bei den Großbanken. Ende 2000 kamen bundesweit noch 1.777 Einwohner auf eine Bankstelle, seither hat sich diese Dichte durch den Filialabbau spürbar verringert.

Drei Säulen prägen den deutschen Bankenmarkt

Der deutsche Bankenmarkt gliedert sich traditionell in drei Säulen. Die erste Säule bilden private Kreditbanken, darunter Großbanken, Regionalbanken und Zweigstellen ausländischer Banken. Ende 2025 zählte diese Gruppe 232 Institute mit zusammen 2.530 Zweigstellen, davon entfielen nur noch 3 Institute auf die Großbanken. Die zweite Säule ist die öffentlich-rechtliche Sparkassen-Finanzgruppe aus 342 Sparkassen und 6 Landesbanken, zusammen 348 Institute mit 6.810 Zweigstellen. Die dritte Säule bilden die genossenschaftlichen Institute, 646 Kreditgenossenschaften und eine genossenschaftliche Zentralbank, zusammen 647 Institute mit 6.241 Zweigstellen. Die drei Säulen kommen damit auf 1.227 der 1.327 Kreditinstitute in Deutschland. Die restlichen rund 100 Institute sind Spezialbanken wie Bausparkassen, Realkreditinstitute und Förderbanken. Beaufsichtigt werden alle drei Säulen gemeinsam von der BaFin und der Deutschen Bundesbank, die bedeutendsten Institute zudem seit November 2014 direkt von der Europäischen Zentralbank im einheitlichen Aufsichtsmechanismus SSM.

Sparkassen und Genossenschafts­banken haben das dichteste Filialnetz

Beim Filialnetz haben die öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Institute die Nase vorn. Im Jahr 2025 entfielen 40,5 Prozent aller Bankfilialen in Deutschland auf Sparkassen und Landesbanken, 37,2 Prozent auf Genossenschaftsbanken und nur 8,5 Prozent auf die Großbanken, wie aus der Bankstellenstatistik der Bundesbank hervorgeht. Im Jahr 2000 zeigten sich bereits ähnliche Verhältnisse: 39 Prozent der Bankstellen entfielen auf Sparkassen, 37 Prozent auf Genossenschaftsbanken und 6 Prozent auf Großbanken, ergänzt um jeweils 8 Prozent Regionalbanken und private Bausparkassen. Sparkassen und Volksbanken sind in der Fläche also seit Jahrzehnten die tragenden Anbieter, während die Großbanken ihr Filialnetz besonders stark gestrafft haben. Bei der Deutschen Bank allein sank die Zahl der inländischen Zweigstellen 2025 um 709, während Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihre Präsenz in der Fläche wegen der regionalen Verankerung langsamer abbauen. Für Kundinnen und Kunden in ländlichen Regionen bleibt die nächste Filiale damit meist eine Sparkasse oder Genossenschaftsbank.

So groß ist der deutsche Bankensektor in der Bilanz

Neben der Zahl der Institute lässt sich die Größe des Bankensektors auch an der Bilanzsumme ablesen, also der Summe aus Krediten, Wertpapieren und anderen Vermögenswerten aller Banken. Ende 2024, dem letzten Stichtag mit vollständiger Erhebung in dieser Bundesbank-Reihe, kamen alle Bankengruppen in Deutschland zusammen auf eine Bilanzsumme von 11.210.624 Millionen Euro, umgerechnet rund 11,21 Billionen Euro. Davon entfielen 5,46 Billionen Euro auf die Kreditbanken, 2,49 Billionen Euro auf Landesbanken und Sparkassen zusammen sowie 1,21 Billionen Euro auf die Kreditgenossenschaften. Zum Vergleich: Ende 2022 lag die gemeinsame Bilanzsumme aller Bankengruppen noch bei 10,89 Billionen Euro, ein Anstieg um rund 3 Prozent in zwei Jahren trotz sinkender Institutszahl. Das zeigt, dass einzelne Banken im Schnitt größer werden, auch wenn ihre Gesamtzahl schrumpft. Ursache sind neben Fusionen auch gestiegene Kreditvolumina und höhere Wertpapierbestände infolge der Zinswende seit 2022.

Die Konsolidierung geht auch 2025 weiter

Der langjährige Konsolidierungstrend im deutschen Bankensektor setzte sich 2025 fort, wenn auch etwas langsamer als in manchen Vorjahren. Die Gesamtzahl der Kreditinstitute sank binnen eines Jahres von 1.368 Ende 2024 auf 1.327 Ende 2025, ein Rückgang um 41 Institute oder rund 3 Prozent. Besonders betroffen war erneut der genossenschaftliche Sektor, in dem die Zahl der Institute durch weitere Fusionen schrumpfte. Als Gründe für die anhaltende Konsolidierung gelten geringe Skaleneffekte kleiner, regional begrenzter Institute, hohe Kosten für IT-Sicherheit und Regulierung sowie der wachsende Anteil des Bankgeschäfts, der über Online-Banking statt über die Filiale abgewickelt wird. Schon im Jahr 2000 rechnete die Bundesbank damit, dass sich die Zahl der Kreditinstitute binnen eines Jahrzehnts halbieren würde, ausgehend von damals 2.912 Instituten. Tatsächlich dauerte diese Halbierung deutlich länger. Erst 25 Jahre nach der Prognose war die Zahl der Institute um mehr als die Hälfte gesunken.

Kreditinstitute und Zweigstellen in Deutschland, Ende 20255 Zeilen
BankengruppeKreditinstituteZweigstellen
Private Kreditbanken2322.530
Sparkassen und Landesbanken3486.810
Genossenschaftsbanken6476.241
Bausparkassen, Realkredit- und Förderbanken u. a.1001.218
Deutschland gesamt1.32716.799
Quelle: Deutsche Bundesbank, Bankenstatistiken, IV. Strukturzahlen Gesamtinstitute

Häufige Fragen

Wie viele Banken gibt es aktuell in Deutschland?

Ende 2025 zählte die Deutsche Bundesbank 1.327 rechtlich selbstständige Kreditinstitute in Deutschland mit zusammen 16.799 Zweigstellen. Im Jahr 2024 waren es noch 1.368 Institute, im Jahr 2000 sogar 2.912. Die Zahl der Banken ist damit seit der Jahrtausendwende um mehr als die Hälfte gesunken.

Was bedeutet das Drei-Säulen-Modell?

Der deutsche Bankenmarkt gliedert sich in private Kreditbanken, öffentlich-rechtliche Sparkassen mit Landesbanken sowie genossenschaftliche Volks- und Raiffeisenbanken. Ende 2025 zählten diese drei Gruppen zusammen 1.227 der 1.327 Kreditinstitute in Deutschland, die restlichen rund 100 Institute sind Spezialbanken wie Bausparkassen oder Förderbanken.

Warum sinkt die Zahl der Banken immer weiter?

Der wichtigste Grund sind Fusionen, besonders unter kleineren Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Hinzu kommen sinkende Erträge im klassischen Filialgeschäft, hohe Kosten für Regulierung und IT-Sicherheit sowie die zunehmende Nutzung von Online-Banking, wodurch sich viele Zweigstellen für die Institute nicht mehr rechnen.

Welche Bankengruppe hat die meisten Filialen?

Sparkassen und Landesbanken kamen 2025 zusammen auf einen Anteil von 40,5 Prozent aller Bankfilialen in Deutschland, knapp vor den Genossenschaftsbanken mit 37,2 Prozent. Die Großbanken kamen nur noch auf 8,5 Prozent, nachdem sie ihr Filialnetz in den vergangenen Jahren besonders stark verkleinert hatten.

Wie groß ist der deutsche Bankensektor gemessen an der Bilanzsumme?

Alle Bankengruppen in Deutschland kamen Ende 2024 zusammen auf eine Bilanzsumme von rund 11,21 Billionen Euro, wie aus den Strukturzahlen der Deutschen Bundesbank hervorgeht. Zwei Jahre zuvor, Ende 2022, waren es noch 10,89 Billionen Euro.

Quellen

  1. Deutsche Bundesbank, Bankenstatistiken, IV. Strukturzahlen Gesamtinstitute. bundesbank.de Abruf 2026-09-13
  2. Deutsche Bundesbank, Bankstellenentwicklung im Jahr 2025. bundesbank.de Abruf 2026-09-13
  3. Deutsche Bundesbank, Entwicklung des Bankstellennetzes im Jahr 2000. bundesbank.de Abruf 2026-09-13
  4. BaFin, Bankenaufsicht. bafin.de Abruf 2026-09-13

Die Angaben sind mit Sorgfalt recherchiert und mit Quelle belegt. Sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

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