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Was kostet der Neubau je Quadratmeter?

Stand 13. September 2026685 Wörter4 QuellenRedaktion globalwirtschaft.de
Kurz beantwortet

Der Neubau einer Wohnung kostete Anfang 2026 in deutschen Großstädten und Metropolregionen im Schnitt mehr als 4.630 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, mit Grundstück rund 5.400 Euro. Die amtlichen Baupreise für Wohngebäude legten im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber Mai 2025 zu. Seit 2010 haben sich die Baupreise um 89 Prozent verteuert, mehr als doppelt so stark wie die allgemeine Inflation.

Das Wichtigste in Kürze
  • Baukosten in Großstädten liegen 2026 bei über 4.630 Euro je Quadratmeter, mit Grundstück bei rund 5.400 Euro.
  • Die Baupreise für Wohngebäude stiegen im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber Mai 2025.
  • Seit 2010 haben sich die Baupreise für Wohngebäude um 89 Prozent erhöht, die Inflation stieg im gleichen Zeitraum um 38 Prozent.
  • Ausbauarbeiten verteuerten sich im Mai 2026 um 5,1 Prozent, Rohbauarbeiten um 4,9 Prozent.
  • Nach einer Studie von ARGE und RegioKontext lassen sich beim Neubau bis zu 25 Prozent der Kosten einsparen.
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So teuer ist der Neubau je Quadratmeter

Wohnungsneubau in deutschen Großstädten und Metropolregionen kostete Anfang 2026 im Schnitt mehr als 4.630 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, das zeigt die Studie Bauplan D 2030 von ARGE und RegioKontext zum Wohnungsbau-Tag 2026. Rechnet man die Grundstückskosten hinzu, liegt der Preis bei rund 5.400 Euro je Quadratmeter. Damit eine solche Wohnung wirtschaftlich vermietet werden kann, ist nach Berechnung der Studie eine Kaltmiete von mindestens 18 Euro je Quadratmeter nötig, weit über dem, was viele Haushalte zahlen können. Deutlich günstiger geht es in geförderten Projekten: Für den sozialen Wohnungsbau in Schleswig-Holstein weist die Studie Baukosten von unter 3.500 Euro je Quadratmeter aus. Ein Pilotprojekt der ARGE erreichte dort bereits 2025 reine Baukosten von rund 2.230 Euro je Quadratmeter, ohne Grundstück, Planung und Außenanlagen. Die Spanne zwischen Bestwert und Marktdurchschnitt zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen Standardbauweise und kostenoptimiertem Bauen ausfallen können.

Die amtlichen Baupreise ziehen 2026 wieder an

Auch die amtliche Statistik zeigt steigende Baupreise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verteuerte sich der Neubau konventionell gebauter Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber Mai 2025. Rohbauarbeiten legten um 4,9 Prozent zu, Ausbauarbeiten um 5,1 Prozent. Gegenüber Februar 2026 stiegen die Baupreise binnen drei Monaten um weitere 2,4 Prozent. Zum Vergleich: Bürogebäude verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 5,2 Prozent, gewerbliche Betriebsgebäude um 5,0 Prozent und der Straßenbau sogar um 6,2 Prozent. Auch Instandhaltungsarbeiten an bestehenden Wohngebäuden wurden teurer, um 5,6 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass sich die gesamte Bauwirtschaft in einer Phase beschleunigter Kostensteigerungen befindet, nicht nur der Neubau von Wohnungen. Für Bauherren bedeutet das binnen weniger Monate spürbar höhere Angebote von Handwerksbetrieben.

Diese Gewerke verteuern sich am stärksten

Nicht alle Bauleistungen verteuerten sich im Mai 2026 gleich stark. Am kräftigsten legten Dachdeckungs-, Zimmer- und Holzbauarbeiten zu, um 7,3 Prozent gegenüber Mai 2025. Es folgen Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen mit plus 6,4 Prozent sowie Erdarbeiten mit plus 5,4 Prozent. Heizungs- und Wassererwärmungsanlagen sowie Wärmedämm-Verbundsysteme verteuerten sich je um 5,0 Prozent. Am unteren Ende der Skala lagen Betonarbeiten mit plus 3,6 Prozent und Mauerarbeiten mit plus 3,8 Prozent, beides Rohbauleistungen, bei denen Materialpreise zuletzt etwas nachgaben. Metallbauarbeiten verteuerten sich um 4,4 Prozent. Die Unterschiede zeigen, dass vor allem Holz, Technik und Fachkräfte für Elektroinstallationen knapp und teuer sind, während klassische Rohbaustoffe wie Beton und Mauerwerk zuletzt etwas an Preisdynamik verloren haben.

So stark sind die Baupreise seit 2010 gestiegen

Die aktuelle Beschleunigung ist Teil eines längeren Trends. Zwischen 2010 und 2025 sind die Baupreise für Wohngebäude nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 89 Prozent gestiegen, während die Verbraucherpreise im selben Zeitraum nur um 38 Prozent zulegten. Bauen wurde damit mehr als doppelt so stark teurer wie das allgemeine Leben. Die Studie von ARGE und RegioKontext kommt für einen längeren Betrachtungszeitraum von 25 Jahren sogar auf eine Verteuerung um das rund 2,5-fache. Allein in den vergangenen fünf Jahren vor 2025 stiegen die Baukosten nach dieser Studie um rund 32 Prozent. Für Bauherren bedeutet das: Ein Budget, das vor einigen Jahren aufgestellt wurde, reicht heute oft nicht mehr für die gleiche Wohnfläche. Wer einen Neubau plant, sollte deshalb aktuelle Kostenkennwerte einholen und nicht mit Preisen von vor drei oder vier Jahren rechnen.

Wo sich beim Bauen Kosten sparen lassen

Höhere Baupreise sind kein Naturgesetz, zeigt die Studie Bauplan D 2030. Nach Berechnung von ARGE und RegioKontext lassen sich beim Neubau von Wohnungen bis zu 25 Prozent der Kosten einsparen, ohne bei Qualität oder Standards Abstriche zu machen. Möglich wird das durch einfachere Grundrisse, serielles Bauen, weniger Tiefgaragen und schlankere Vorgaben bei Stellplätzen oder Schallschutz. Das Pilotprojekt in Schleswig-Holstein zeigt, dass sich reine Baukosten von rund 2.230 Euro je Quadratmeter erreichen lassen, deutlich unter dem bundesweiten Marktdurchschnitt von mehr als 4.630 Euro. Für den geförderten Wohnungsbau im Land liegt die Obergrenze bei unter 3.500 Euro je Quadratmeter. Wer als Bauherr plant, sollte deshalb genau prüfen, welche Standards tatsächlich vorgeschrieben sind und welche freiwillig über das gesetzliche Minimum hinausgehen, denn genau dort liegt oft das größte Sparpotenzial.

Baupreise für Wohngebäude nach Gewerk, Mai 2026 gegenüber Mai 20258 Zeilen
GewerkVeränderung
Rohbauarbeiten gesamtplus 4,9 %
Betonarbeitenplus 3,6 %
Mauerarbeitenplus 3,8 %
Dachdeckungs-, Zimmer- und Holzbauarbeitenplus 7,3 %
Erdarbeitenplus 5,4 %
Ausbauarbeiten gesamtplus 5,1 %
Heizanlagen und Wassererwärmungplus 5,0 %
Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagenplus 6,4 %
Quelle: Statistisches Bundesamt, Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026

Häufige Fragen

Was kostet der Neubau einer Wohnung je Quadratmeter?

In deutschen Großstädten und Metropolregionen kostete der Neubau Anfang 2026 im Schnitt mehr als 4.630 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, mit Grundstück rund 5.400 Euro. Im geförderten Wohnungsbau in Schleswig-Holstein lag die Kostenobergrenze dagegen bei unter 3.500 Euro.

Wie stark sind die Baupreise 2026 gestiegen?

Die Baupreise für Wohngebäude stiegen im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber Mai 2025. Rohbauarbeiten verteuerten sich um 4,9 Prozent, Ausbauarbeiten um 5,1 Prozent. Gegenüber Februar 2026 legten die Preise binnen drei Monaten um weitere 2,4 Prozent zu.

Wie haben sich die Baupreise seit 2010 entwickelt?

Zwischen 2010 und 2025 stiegen die Baupreise für Wohngebäude nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 89 Prozent, während die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum nur um 38 Prozent zulegten. Bauen verteuerte sich damit mehr als doppelt so stark wie das allgemeine Leben.

Welches Gewerk verteuert sich am stärksten?

Im Mai 2026 legten Dachdeckungs-, Zimmer- und Holzbauarbeiten mit plus 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat am stärksten zu, vor Elektro-, Sicherheits- und informationstechnischen Anlagen mit plus 6,4 Prozent. Am moderatesten stiegen Betonarbeiten mit plus 3,6 Prozent.

Lässt sich beim Bauen Geld sparen?

Nach der Studie Bauplan D 2030 von ARGE und RegioKontext lassen sich beim Neubau bis zu 25 Prozent der Kosten einsparen, ohne bei Qualität oder Standards Abstriche zu machen. Ein Pilotprojekt in Schleswig-Holstein erreichte bereits reine Baukosten von rund 2.230 Euro je Quadratmeter.

Was kostet eine Wohnung inklusive Grundstück?

Inklusive Grundstück kostete der Neubau in deutschen Großstädten Anfang 2026 rund 5.400 Euro je Quadratmeter. Um eine solche Wohnung wirtschaftlich zu vermieten, wäre nach Berechnung von ARGE und RegioKontext eine Kaltmiete von mindestens 18 Euro je Quadratmeter nötig.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt, Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026. destatis.de Abruf 2026-09-13
  2. Statistisches Bundesamt, Baupreise und Immobilienpreise: Entwicklung in Deutschland. destatis.de Abruf 2026-09-13
  3. ARGE (Kiel) und RegioKontext, Studie zum Wohnungsbau-Tag 2026: Den eingefrorenen Wohnungsmarkt auftauen. baulinks.de Abruf 2026-09-13
  4. ARGE (Kiel) und RegioKontext, Wohnungsbau-Tag in Berlin: Wissenschaftler warnen vor Wohnungsbau-Kollaps. baulinks.de Abruf 2026-09-13

Die Angaben sind mit Sorgfalt recherchiert und mit Quelle belegt. Sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

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