Haushalte in Deutschland zahlten im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 38,69 Cent je Kilowattstunde Strom, das zeigen Daten von Eurostat. Das war der zweithöchste Wert in der Europäischen Union nach Irland und deutlich mehr als in Frankreich mit 25,61 Cent, Spanien mit 26,69 Cent oder Polen mit 27,09 Cent. Bei der Industrie lag Deutschland mit 18,28 Cent je Kilowattstunde ebenfalls über allen drei Vergleichsländern.
- Deutsche Haushalte zahlten im zweiten Halbjahr 2025 laut Eurostat 38,69 Cent je Kilowattstunde, der zweithöchste Preis der EU.
- Frankreich lag mit 25,61 Cent, Spanien mit 26,69 Cent und Polen mit 27,09 Cent je Kilowattstunde deutlich unter dem deutschen Niveau.
- Steuern, Abgaben und Umlagen machten 2026 laut BDEW 12,6 Cent des deutschen Haushaltsstrompreises von 37,0 Cent aus.
- Industriekunden zahlten in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 rund 18,28 Cent je Kilowattstunde, mehr als in Frankreich, Spanien oder Polen.
- Der Monitoringbericht der Bundesnetzagentur registrierte im Frühjahr 2025 einen Rückgang der Haushaltspreise um etwa 4 Prozent.
Deutsche Haushalte zahlen den zweithöchsten Preis der EU
Nach der amtlichen Erhebung von Eurostat zahlten Haushaltskunden in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 38,69 Cent je Kilowattstunde, inklusive aller Steuern und Abgaben. Das gilt für einen typischen Verbrauch zwischen 2.500 und 4.999 Kilowattstunden im Jahr. Nur Irland lag mit 40,42 Cent je Kilowattstunde noch höher. Haushalte in Frankreich zahlten dagegen nur 25,61 Cent je Kilowattstunde, in Spanien 26,69 Cent und in Polen 27,09 Cent. Deutsche Verbraucher zahlten damit rund 51 Prozent mehr als in Frankreich und etwa 45 Prozent mehr als in Spanien. Der EU-Durchschnitt lag im zweiten Halbjahr 2025 bei 28,96 Cent je Kilowattstunde. Steuern und Abgaben machten europaweit durchschnittlich 28,9 Prozent des Strompreises aus, das entspricht 8,37 Cent je Kilowattstunde. In Polen war der Steueranteil mit 36,0 Prozent sogar noch höher, absolut blieb der polnische Preis wegen niedrigerer Grundkosten trotzdem unter dem deutschen Niveau. Die Zahlen zeigen: Der hohe deutsche Strompreis liegt an Steuern und Abgaben und zugleich an höheren Grundkosten für Netz und Beschaffung, die von Land zu Land unterschiedlich ausfallen.
Woraus sich der deutsche Haushaltsstrompreis zusammensetzt
Der Bund der Energie- und Wasserwirtschaft beziffert den durchschnittlichen deutschen Haushaltsstrompreis für das laufende Jahr 2026 auf 37,0 Cent je Kilowattstunde, etwas weniger als im Vorjahr. Der Preis setzt sich aus drei Blöcken zusammen. Beschaffung und Vertrieb machen mit 15,2 Cent je Kilowattstunde den größten Anteil aus, das ist der Teil, den Stromanbieter im Wettbewerb festlegen. Die Netzentgelte liegen bei 9,2 Cent je Kilowattstunde und sind gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Cent gesunken, vor allem wegen eines staatlichen Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten. Steuern, Abgaben und Umlagen summieren sich auf 12,6 Cent je Kilowattstunde und blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Damit entfällt derzeit mehr als ein Drittel des Strompreises auf staatlich festgelegte Bestandteile wie Stromsteuer, Mehrwertsteuer und Konzessionsabgabe. Der Bundesnetzagentur zufolge lag der Haushaltsstrompreis im Frühjahr 2025 bei 40,1 Cent je Kilowattstunde und damit etwa 4 Prozent unter dem Vorjahreswert, weil vor allem die Großhandelspreise und eine hohe Marktliquidität die Beschaffungskosten drückten.
Auch Industriebetriebe zahlen in Deutschland mehr als anderswo
Für Industriekunden mit einem Jahresverbrauch zwischen 500 und 1.999 Megawattstunden verzeichnete Eurostat für Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 einen Preis von 18,28 Cent je Kilowattstunde ohne Steuern. Spanien kam im gleichen Verbrauchsband auf 11,56 Cent, Frankreich auf 12,97 Cent und Polen auf 12,43 Cent je Kilowattstunde. Deutsche Industriebetriebe dieser Größe zahlten damit über 40 Prozent mehr als ihre Wettbewerber in Frankreich oder Polen. Innerhalb Deutschlands unterscheiden sich die Preise stark nach Abnahmemenge. Der BDEW beziffert den Preis für kleine bis mittlere Industriebetriebe im laufenden Jahr 2026 auf 17,2 Cent je Kilowattstunde, ein Rückgang von 0,4 Cent gegenüber dem Vorjahr. Mittelgroße Industriekunden mit 20 bis 70 Millionen Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlten 2025 durchschnittlich 15,9 Cent je Kilowattstunde, während Großabnehmer mit 70 bis 150 Millionen Kilowattstunden auf 14,4 Cent kamen. Je größer der Verbrauch, desto niedriger der Preis je Kilowattstunde, weil sich Netzentgelte und feste Kosten auf mehr Menge verteilen. Der gemeinsame Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt registrierte für Industrie- und Gewerbekunden 2025 einen Rückgang der Vertragspreise um rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Netzentgelte und Steuern treiben den deutschen Preis
Von den 37,0 Cent, die deutsche Haushalte 2026 im Schnitt je Kilowattstunde zahlen, entfallen nach Berechnungen aus den BDEW-Daten rund 21,8 Cent auf Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen zusammen, das sind knapp 59 Prozent des Endpreises. Nur gut 41 Prozent, also 15,2 Cent je Kilowattstunde, macht die Beschaffung und der Vertrieb selbst aus, der Teil, in dem Anbieter im Wettbewerb zueinanderstehen. Die Netzentgelte sind seit 2025 rückläufig, unter anderem weil der Bund einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten zahlt, der die Kosten für den Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende abfedert. Ohne diesen Zuschuss lägen die Netzentgelte laut BDEW um 1,7 Cent je Kilowattstunde höher. Im europäischen Vergleich zeigt sich: Je höher der Anteil regulierter Kostenblöcke wie Netz und Steuern am Gesamtpreis, desto weniger wirken sich niedrigere Großhandelspreise an der Strombörse direkt auf die Endkundenrechnung aus. Das erklärt einen Teil des Abstands zwischen Deutschland und Ländern wie Frankreich oder Polen, wo die Bandbreite zwischen Erzeugungskosten und Endkundenpreis geringer ausfällt.
Wie sich die Preise seit 2024 entwickelt haben
Die Preise sind seit 2024 in Bewegung, allerdings uneinheitlich. Der Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt registrierte im Frühjahr 2025 einen Rückgang der Haushaltspreise um rund 4 Prozent und bei Industrie- und Gewerbekunden um etwa 6 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum. Die BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 bestätigt den Trend für Haushalte mit 37,0 Cent je Kilowattstunde und für kleine bis mittlere Industriebetriebe mit 17,2 Cent, jeweils unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig warnt der Verband vor einem möglichen Kurswechsel: Die Großhandelspreise seien zuletzt wegen des Kriegs im Nahen Osten gestiegen, was sich in den Neuvertragspreisen für Endkunden noch nicht spürbar niedergeschlagen habe. Verbraucher, die einen neuen Vertrag abschließen, sollten deshalb aktuelle Tarifangebote genau vergleichen und sich nicht allein auf die Preisentwicklung der vergangenen Monate verlassen. An der Strombörse lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis 2025 bei 89,32 Euro je Megawattstunde und damit 13,8 Prozent über dem Vorjahreswert von 78,51 Euro, meldet die Bundesnetzagentur. Ein Anstieg an der Börse wirkt sich meist mit einigen Monaten Verzögerung auf die Endkundenpreise aus, weil Versorger ihren Strom oft langfristig einkaufen.
| Land | Preis je kWh | Differenz zu Deutschland |
|---|---|---|
| Irland | 40,42 Cent | +4,5 % |
| Deutschland | 38,69 Cent | 0 % |
| Polen | 27,09 Cent | -30,0 % |
| Spanien | 26,69 Cent | -31,0 % |
| Frankreich | 25,61 Cent | -33,8 % |
| EU-Durchschnitt | 28,96 Cent | -25,1 % |
Häufige Fragen
Wie viel kostet eine Kilowattstunde Strom für Haushalte in Deutschland?
Nach Eurostat-Daten zahlten deutsche Haushalte im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 38,69 Cent je Kilowattstunde inklusive aller Steuern und Abgaben. Die BDEW-Strompreisanalyse beziffert den Wert für das laufende Jahr 2026 auf 37,0 Cent je Kilowattstunde, leicht niedriger als im Vorjahr.
Warum ist Strom in Deutschland teurer als in Frankreich?
Deutsche Haushalte zahlten im zweiten Halbjahr 2025 mit 38,69 Cent je Kilowattstunde rund 51 Prozent mehr als französische Haushalte mit 25,61 Cent. Ein wesentlicher Grund liegt in Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben, die in Deutschland zusammen knapp 59 Prozent des Haushaltspreises ausmachen.
Was zahlen Industriebetriebe für Strom in Deutschland?
Im Verbrauchsband von 500 bis 1.999 Megawattstunden im Jahr lag der deutsche Industriestrompreis im zweiten Halbjahr 2025 laut Eurostat bei 18,28 Cent je Kilowattstunde ohne Steuern. Kleinere Mittelständler zahlten 2026 laut BDEW im Schnitt 17,2 Cent, große Abnehmer mit mehr als 70 Millionen Kilowattstunden Jahresverbrauch nur 14,4 Cent.
Wie setzt sich der deutsche Strompreis zusammen?
Von 37,0 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2026 entfallen nach BDEW-Daten 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb, 9,2 Cent auf Netzentgelte und 12,6 Cent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Damit machen staatlich beeinflusste Bestandteile knapp 59 Prozent des Preises aus.
Ist Strom in Polen wirklich günstiger als in Deutschland?
Ja. Polnische Haushalte zahlten im zweiten Halbjahr 2025 laut Eurostat 27,09 Cent je Kilowattstunde, gut 30 Prozent weniger als die 38,69 Cent in Deutschland. Beim Steueranteil liegt Polen mit 36,0 Prozent am Gesamtpreis allerdings über dem EU-Durchschnitt von 28,9 Prozent.
Quellen
- Eurostat, EU household electricity prices stable in 2025. ec.europa.eu Abruf 2026-09-13
- Eurostat, Non-household electricity prices in 2nd half of 2025: -3.5%. ec.europa.eu Abruf 2026-09-13
- BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW-Strompreisanalyse. bdew.de Abruf 2026-09-13
- Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2025: Wettbewerb bleibt Stabilitätsanker der Energiemärkte. bundesnetzagentur.de Abruf 2026-09-13
- Bundesnetzagentur, Bundesnetzagentur veröffentlicht Daten zum Strommarkt 2025. bundesnetzagentur.de Abruf 2026-09-13
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