Deutschland deckte 2025 rund 65,6 Prozent seines Energieverbrauchs durch Importe, meldet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Bei Mineralöl lag die Importquote bei 96 Prozent, bei Erdgas bei 89 Prozent. Die Bundesrepublik bezog 2025 rund 75,7 Millionen Tonnen Rohöl und 1.031 Terawattstunden Erdgas aus dem Ausland, die wichtigsten Lieferanten waren Norwegen, die Vereinigten Staaten und die Niederlande.
- Deutschland importierte 2025 rund 65,6 Prozent seines Energieverbrauchs, meldet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen.
- Die Importquote lag 2025 bei 96 Prozent für Mineralöl und bei 89 Prozent für Erdgas.
- Norwegen und die USA lieferten 2025 zusammen ein Drittel der 75,7 Millionen Tonnen deutscher Rohölimporte.
- Deutschland bezog 2025 laut Bundesnetzagentur 1.031 Terawattstunden Erdgas, 44 Prozent davon aus Norwegen.
- Russland belieferte Deutschland 2021 noch mit Energie im Wert von 19,5 Milliarden Euro, 2024 kaum noch.
Zwei Drittel der deutschen Energie kommen aus dem Ausland
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen bezifferte die deutsche Importquote für Energie im Jahr 2025 auf 65,6 Prozent des gesamten Energieaufkommens. Der Primärenergieverbrauch lag bei 10.530 Petajoule, umgerechnet 359,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten, ein Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber 2024. Mineralöl blieb mit einem Anteil von 36 Prozent der wichtigste Energieträger im deutschen Energiemix, vor Erdgas mit 26,6 Prozent, das seinen Anteil gegenüber 25,8 Prozent im Vorjahr weiter ausbaute. Erneuerbare Energien kamen im gesamten Energiemix über alle Sektoren wie Wärme und Verkehr hinweg auf einen Anteil von 20,8 Prozent, nach 20,1 Prozent im Jahr 2024. Am stärksten von Importen abhängig ist Deutschland bei Mineralöl mit einer Importquote von 96 Prozent und bei Erdgas mit 89 Prozent. Heimische Quellen wie Braunkohle, Windkraft, Solarenergie und die verbliebene Erdgasförderung decken damit nur gut ein Drittel des gesamten Energiebedarfs. Das prägt die deutsche Handelsbilanz und macht die Versorgung anfällig für Preisschwankungen und politische Krisen in den Lieferländern.
Norwegen ist der wichtigste Öllieferant Deutschlands
Deutschland importierte 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 75,7 Millionen Tonnen Rohöl, gut 10,6 Prozent weniger als im Jahr 2020 mit 84,7 Millionen Tonnen und rund ein Drittel weniger als 2005. Wichtigstes Lieferland war Norwegen mit einem Anteil von 16,6 Prozent, das entspricht 12,5 Millionen Tonnen. Knapp dahinter folgten die Vereinigten Staaten mit 16,4 Prozent oder 12,4 Millionen Tonnen und Libyen mit 13,8 Prozent oder 10,4 Millionen Tonnen. Aus dem Nahen Osten bezog Deutschland 2025 zusammen 6,1 Prozent seiner Rohölimporte, das waren 4,6 Millionen Tonnen. Größte Lieferanten aus der Region waren der Irak mit 4,2 Prozent, die Vereinigten Arabischen Emirate mit 1,1 Prozent und Saudi-Arabien mit 0,8 Prozent. Die frühere Abhängigkeit von wenigen großen Lieferländern hat damit spürbar abgenommen, die Bezugsquellen sind breiter gestreut als noch vor einigen Jahren. Mit einer Importquote von 96 Prozent bleibt Rohöl trotzdem der Energieträger, bei dem Deutschland am stärksten auf ausländische Lieferungen angewiesen ist.
Erdgas kommt heute vor allem aus Norwegen und den Niederlanden
Die Bundesnetzagentur registrierte für 2025 Erdgasimporte von 1.031 Terawattstunden, deutlich mehr als die 864 Terawattstunden im Jahr 2024. Norwegen lieferte mit 44 Prozent den größten Anteil, gefolgt von den Niederlanden mit 24 Prozent und Belgien mit 21 Prozent. Über die deutschen Flüssiggas-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran kamen 106 Terawattstunden ins Land, das entspricht 10,3 Prozent der Gesamtimporte. Nach Angaben des Branchenverbands BDEW stammten davon rund 96 Prozent aus den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig exportierte Deutschland 221 Terawattstunden Gas, vor allem nach Österreich mit 46 Prozent, Tschechien mit 26 Prozent und in die Schweiz mit 13 Prozent, weil deutsche Leitungen und Terminals auch als Drehscheibe für Nachbarländer dienen. Die inländische Förderung deckte 2025 nur noch 34 Terawattstunden, ein kleiner Teil des Verbrauchs von 864 Terawattstunden, auf den 40 Prozent Haushalte und Gewerbe sowie 60 Prozent die Industrie entfielen. Die Gasspeicher waren zum Stichtag 1. November 2025 zu mindestens 70 Prozent gefüllt, die gesetzliche Zielquote wurde damit erreicht.
Der Bruch mit Russland als Energielieferant
Vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine war Russland ein zentraler Energielieferant für Deutschland. Das Statistische Bundesamt weist aus, dass Erdöl und Erdgas 2021 mit einem Importwert von 19,5 Milliarden Euro noch 58,8 Prozent aller Wareneinfuhren aus Russland ausmachten. Bis 2024 brach der gesamte deutsche Warenimport aus Russland auf 1,8 Milliarden Euro ein, ein Rückgang von 94,6 Prozent gegenüber 2021 mit 33,1 Milliarden Euro. Energieträger tauchen unter den wichtigsten russischen Importgütern des Jahres 2024 nicht mehr auf, an ihre Stelle traten Metalle mit 42,3 Prozent und chemische Erzeugnisse mit 24,7 Prozent. In der Herkunftsländer-Statistik der Bundesnetzagentur für Erdgasimporte 2025 taucht Russland unter den Hauptlieferanten nicht mehr auf, führend sind stattdessen Norwegen, die Niederlande und Belgien. Auch bei den deutschen Rohölimporten 2025 fehlt Russland in der Liste der wichtigsten Herkunftsländer vollständig. Der Umbau der Lieferbeziehungen seit 2021 gehört damit zu den größten Verschiebungen im deutschen Außenhandel der vergangenen Jahre.
Kohleimporte sinken, die Herkunft verschiebt sich
Bei Steinkohle ist Deutschland seit der Einstellung der heimischen Förderung vollständig auf Importe angewiesen. 2025 führte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts 21,5 Millionen Tonnen Steinkohle ein, geringfügig weniger als die 21,9 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Die Vereinigten Staaten waren mit 7,9 Millionen Tonnen das wichtigste Lieferland, das entspricht rund 36,9 Prozent der Gesamtmenge. Australien folgte mit 5,6 Millionen Tonnen oder 26,3 Prozent, vor Kolumbien mit 4,9 Millionen Tonnen oder 22,6 Prozent. Lieferungen aus der Europäischen Union blieben mit weniger als 89.000 Tonnen ein Randfaktor. Zusammen mit dem Rückgang bei Öl und Gas zeigt die Entwicklung bei Kohle, wie stark sich die deutschen Energieimporte seit dem Ende der russischen Lieferungen neu sortiert haben. Die Lieferantenstruktur ist heute breiter als noch vor wenigen Jahren, konzentriert sich aber weiterhin auf wenige große Handelspartner außerhalb Europas.
| Land | Menge | Anteil |
|---|---|---|
| Norwegen | 12,5 Mio. t | 16,6 % |
| USA | 12,4 Mio. t | 16,4 % |
| Libyen | 10,4 Mio. t | 13,8 % |
| Irak | 3,1 Mio. t | 4,2 % |
| Vereinigte Arabische Emirate | 0,80 Mio. t | 1,1 % |
| Saudi-Arabien | 0,64 Mio. t | 0,8 % |
Häufige Fragen
Wie hoch ist die deutsche Importquote bei Energie?
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen bezifferte die Importquote für 2025 auf 65,6 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Bei einzelnen Energieträgern liegt der Wert höher: Mineralöl kam auf 96 Prozent und Erdgas auf 89 Prozent, während heimische Quellen wie Braunkohle und erneuerbare Energien den Rest deckten.
Woher bezieht Deutschland sein Rohöl?
Die wichtigsten Lieferländer waren 2025 laut Statistischem Bundesamt Norwegen mit 16,6 Prozent, die Vereinigten Staaten mit 16,4 Prozent und Libyen mit 13,8 Prozent der 75,7 Millionen Tonnen Rohölimporte. Aus dem Nahen Osten kamen zusammen nur 6,1 Prozent.
Wie viel Erdgas importiert Deutschland und woher?
2025 importierte Deutschland laut Bundesnetzagentur 1.031 Terawattstunden Erdgas. Norwegen lieferte 44 Prozent, die Niederlande 24 Prozent und Belgien 21 Prozent. Flüssiggas über deutsche LNG-Terminals steuerte 106 Terawattstunden oder 10,3 Prozent bei.
Importiert Deutschland noch Energie aus Russland?
Kaum noch. 2021 stammten nach Angaben des Statistischen Bundesamts noch 58,8 Prozent aller russischen Wareneinfuhren von Erdöl und Erdgas im Wert von 19,5 Milliarden Euro. 2024 lag der gesamte deutsche Warenimport aus Russland nur noch bei 1,8 Milliarden Euro, Energieträger tauchen unter den Hauptgütern nicht mehr auf.
Wie viel Steinkohle importiert Deutschland und von wo?
2025 importierte Deutschland 21,5 Millionen Tonnen Steinkohle, etwas weniger als die 21,9 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Die Vereinigten Staaten lieferten mit 7,9 Millionen Tonnen den größten Anteil, vor Australien mit 5,6 Millionen Tonnen und Kolumbien mit 4,9 Millionen Tonnen.
Quellen
- AG Energiebilanzen e.V., AG Energiebilanzen veröffentlicht Jahresbericht. ag-energiebilanzen.de Abruf 2026-09-13
- Statistisches Bundesamt, 6,1 % der deutschen Rohöl-Importe 2025 aus dem Nahen Osten. destatis.de Abruf 2026-09-13
- Bundesnetzagentur, Bundesnetzagentur veröffentlicht Zahlen zur Gasversorgung 2025. bundesnetzagentur.de Abruf 2026-09-13
- Statistisches Bundesamt, Deutschland importiert 95 % weniger Waren aus Russland als vor dem Krieg in der Ukraine. destatis.de Abruf 2026-09-13
- Statistisches Bundesamt, Einfuhr von Steinkohle für die Jahre 2019 bis 2025. destatis.de Abruf 2026-09-13
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