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Woher kommt der Strom in Deutschland?

Stand 13. September 2026711 Wörter4 QuellenRedaktion globalwirtschaft.de
Kurz beantwortet

Deutschland erzeugte 2025 rund 438 Milliarden Kilowattstunden Strom, meldet das Statistische Bundesamt. 58,6 Prozent davon stammten aus erneuerbaren Energien. Windkraft blieb mit einem Anteil von 30,0 Prozent die wichtigste einzelne Quelle, vor Kohle mit 22,1 Prozent und Photovoltaik mit 16,0 Prozent. Gleichzeitig importierte Deutschland 76,2 Milliarden Kilowattstunden Strom und exportierte 54,3 Milliarden Kilowattstunden, wie die Bundesnetzagentur ausweist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Erneuerbare Energien deckten 2025 mit 58,6 Prozent mehr als die Hälfte der deutschen Stromerzeugung, meldet das Statistische Bundesamt.
  • Windkraft blieb mit 131,3 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 30,0 Prozent die wichtigste Energiequelle im Strommix 2025.
  • Photovoltaik wuchs 2025 um 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden, ein neuer Höchstwert seit Beginn der Erhebung 2018.
  • Deutschland importierte 2025 laut Bundesnetzagentur 76,2 Milliarden Kilowattstunden Strom und exportierte 54,3 Milliarden Kilowattstunden.
  • Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Anteil erneuerbarer Energien bereits auf 59,1 Prozent der Stromerzeugung.
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Erneuerbare Energien liefern mehr als die Hälfte des Stroms

Das Statistische Bundesamt meldete für 2025 eine inländische Stromerzeugung von rund 438,2 Milliarden Kilowattstunden, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr mit 432,1 Milliarden Kilowattstunden. Erneuerbare Energien kamen auf einen Anteil von 58,6 Prozent an der ins Netz eingespeisten Strommenge. Das lag leicht unter dem Vorjahreswert von 59,5 Prozent, weil die Windstromerzeugung 2025 schwächer ausfiel als 2024. Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich der langfristige Aufwärtstrend dagegen fort: Der Anteil kletterte auf 59,1 Prozent bei einer Gesamterzeugung von 230,6 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 mit 220,7 Milliarden Kilowattstunden. Die konventionellen Energieträger kamen 2025 auf einen Anteil von 41,4 Prozent und lieferten 181,3 Milliarden Kilowattstunden, 3,6 Prozent mehr als 2024 mit 175,0 Milliarden Kilowattstunden. Der Zuwachs bei Kohle und Erdgas glich damit rechnerisch einen Teil des schwächeren Windjahres aus. Für Verbraucher bedeutet die Schwankung vor allem eines: Der Anteil grünen Stroms im Netz wechselt von Jahr zu Jahr je nach Wetterlage, auch wenn der langfristige Trend seit Jahren nach oben zeigt.

Windkraft und Photovoltaik prägen den Strommix

Windkraft war 2025 mit 131,3 Milliarden Kilowattstunden weiterhin die wichtigste einzelne Stromquelle in Deutschland, ihr Anteil sank aber von 31,5 Prozent im Vorjahr auf 30,0 Prozent, weil das Jahr weniger windreich war. Photovoltaik verzeichnete dagegen den stärksten Zuwachs aller Energieträger: Die Einspeisung stieg um 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden, ein neuer Rekordwert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018, und entsprach 16,0 Prozent der gesamten Stromerzeugung. Kohle blieb mit 96,8 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 22,1 Prozent der wichtigste fossile Energieträger, knapp vor Erdgas mit 70,6 Milliarden Kilowattstunden und 16,1 Prozent. Die Erdgasverstromung wuchs um 10,2 Prozent, weil Gaskraftwerke häufiger einspringen mussten, wenn Wind und Sonne wenig lieferten. Biogas trug 27,4 Milliarden Kilowattstunden bei, ein Anteil von 6,2 Prozent, und ging leicht um 3,0 Prozent zurück. Die Wasserkraft erzeugte 15,8 Milliarden Kilowattstunden und damit 22,5 Prozent weniger als 2024, weil vielerorts wenig Niederschlag fiel und die Flusspegel niedrig blieben. Diese sechs Energieträger zusammen deckten praktisch die gesamte inländische Stromerzeugung des Jahres 2025 ab.

Deutschland bleibt Nettoimporteur von Strom

Nach Zahlen der Bundesnetzagentur importierte Deutschland 2025 76,2 Milliarden Kilowattstunden Strom aus dem Ausland, 1,3 Prozent weniger als 2024 mit 77,2 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig exportierte Deutschland 54,3 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 11,1 Prozent gegenüber 48,9 Milliarden Kilowattstunden im Vorjahr. Unter dem Strich blieb Deutschland damit Nettoimporteur, der Importüberschuss sank aber um 22,6 Prozent auf 21,9 Milliarden Kilowattstunden. Der durchschnittliche Börsenpreis im Day-Ahead-Handel lag 2025 bei 89,32 Euro je Megawattstunde, 13,8 Prozent höher als die 78,51 Euro im Jahr 2024. An 573 von 8.760 Stunden des Jahres rutschte der Preis sogar ins Negative, meist an sonnigen und windreichen Tagen mit hoher Einspeisung und geringer Nachfrage. Im ersten Halbjahr 2026 drehte sich das Bild bei den Handelsströmen: Die Importe sanken um 8,7 Prozent auf 34,5 Milliarden Kilowattstunden, während die Exporte um 14,9 Prozent auf 33,9 Milliarden Kilowattstunden zulegten. Der Importüberschuss schrumpfte dadurch auf nur noch 0,6 Milliarden Kilowattstunden, nach 8,3 Milliarden Kilowattstunden im ersten Halbjahr 2025.

Erzeugung und Verbrauch zeigen unter­schiedliche Anteile

Neben dem Statistischen Bundesamt und der Bundesnetzagentur berechnet auch die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen jährlich eine Gesamtbilanz des deutschen Strommarkts, allerdings nach einer breiteren Abgrenzung, die auch Kraftwerke der Industrie und kleinere Anlagen einschließt. Für 2025 beziffert der Verband die Bruttostromerzeugung auf rund 509,2 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber 2024. Der Bruttostromverbrauch, also die tatsächlich genutzte Strommenge einschließlich Netzverlusten, lag mit 528,4 Milliarden Kilowattstunden leicht darüber und sank um 0,1 Prozent. Der Unterschied zwischen Erzeugung und Verbrauch erklärt sich durch den Nettostromimport, den die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen für 2025 mit 17,8 Milliarden Kilowattstunden ausweist. Nach dieser Abgrenzung lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bei 57,3 Prozent und am tatsächlichen Verbrauch bei 55,2 Prozent, jeweils leicht unter den Werten des Statistischen Bundesamts. Die Abweichungen zwischen den drei Institutionen ergeben sich aus unterschiedlichen Erhebungsmethoden und Bilanzgrenzen. Für die grundsätzliche Aussage macht das kaum einen Unterschied: Mehr als die Hälfte des deutschen Stroms stammt inzwischen regelmäßig aus erneuerbaren Quellen, auch wenn die genaue Kommastelle von der gewählten Quelle abhängt.

Bruttostromerzeugung nach Energieträger in Deutschland 20256 Zeilen
EnergieträgerMenge 2025AnteilVeränderung zu 2024
Windkraft131,3 Mrd. kWh30,0 %-3,6 %
Kohle96,8 Mrd. kWh22,1 %-0,5 %
Erdgas70,6 Mrd. kWh16,1 %+10,2 %
Photovoltaik70,1 Mrd. kWh16,0 %+17,4 %
Biogas27,4 Mrd. kWh6,2 %-3,0 %
Wasserkraft15,8 Mrd. kWh3,6 %-22,5 %
Quelle: Statistisches Bundesamt, Stromerzeugung aus Photovoltaik und Erdgas erreicht im Jahr 2025 neue Höchstwerte

Häufige Fragen

Wie hoch war der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strom 2025?

Erneuerbare Energien erreichten 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamts einen Anteil von 58,6 Prozent an der inländischen Stromerzeugung, nach 59,5 Prozent im Jahr 2024. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Wert bereits auf 59,1 Prozent, weil vor allem die Windstromerzeugung wieder zulegte.

Welche Energiequelle erzeugt in Deutschland den meisten Strom?

Windkraft blieb 2025 mit 131,3 Milliarden Kilowattstunden und einem Anteil von 30,0 Prozent die wichtigste einzelne Stromquelle, vor Kohle mit 96,8 Milliarden Kilowattstunden und Photovoltaik mit 70,1 Milliarden Kilowattstunden. Erdgas folgte mit 70,6 Milliarden Kilowattstunden auf Platz vier.

Wie viel Strom importiert und exportiert Deutschland?

Deutschland importierte 2025 laut Bundesnetzagentur 76,2 Milliarden Kilowattstunden Strom und exportierte 54,3 Milliarden Kilowattstunden. Der Importüberschuss von 21,9 Milliarden Kilowattstunden lag 22,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, weil deutlich mehr Strom ins Ausland floss.

Warum weichen die Zahlen von Destatis, Bundesnetzagentur und AG Energiebilanzen voneinander ab?

Die drei Institutionen ziehen unterschiedliche Bilanzgrenzen. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen bezieht auch industrielle Eigenerzeugung ein und kommt für 2025 auf 509,2 Milliarden Kilowattstunden Bruttostromerzeugung, während das Statistische Bundesamt 438,2 Milliarden Kilowattstunden für ins Netz eingespeisten Strom meldet. Beide Werte sind korrekt, sie messen nur unterschiedliche Ausschnitte.

Wie teuer war Strom 2025 an der Börse?

Der durchschnittliche Day-Ahead-Preis an der Strombörse lag 2025 bei 89,32 Euro je Megawattstunde, 13,8 Prozent mehr als die 78,51 Euro im Jahr 2024, meldet die Bundesnetzagentur. An 573 Stunden des Jahres fiel der Preis sogar unter null.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt, Stromerzeugung aus Photovoltaik und Erdgas erreicht im Jahr 2025 neue Höchstwerte. destatis.de Abruf 2026-09-13
  2. Statistisches Bundesamt, Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2026: 6,5 % mehr Strom aus erneuerbaren Energien. destatis.de Abruf 2026-09-13
  3. Bundesnetzagentur, Bundesnetzagentur veröffentlicht Daten zum Strommarkt 2025. bundesnetzagentur.de Abruf 2026-09-13
  4. AG Energiebilanzen e.V., AG Energiebilanzen veröffentlicht Jahresbericht. ag-energiebilanzen.de Abruf 2026-09-13

Die Angaben sind mit Sorgfalt recherchiert und mit Quelle belegt. Sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

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