2025 wurde in Deutschland erstmals mehr als die Hälfte der Alltagszahlungen bargeldlos getätigt, zeigt die Studie „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025“ der Deutschen Bundesbank. Unbare Zahlungen kamen auf 55 Prozent der Transaktionen und 77 Prozent des Umsatzes. Bargeld blieb mit 45 Prozent dennoch das am häufigsten genutzte einzelne Zahlungsmittel, vor der Debitkarte mit 26 Prozent. Mobile Bezahlverfahren mit Smartphone oder Wearable erreichten bereits 10 Prozent aller Zahlungen.
- Der Bargeldanteil an den Transaktionen sank 2025 auf 44,7 Prozent, nach 50,5 Prozent im Jahr 2023 und 74,3 Prozent im Jahr 2017.
- Gemessen am Umsatz entfielen 2025 nur noch 23,3 Prozent auf Bargeld, die Debitkarte lag mit 27,8 Prozent vorn.
- Mobile Bezahlverfahren steigerten ihren Anteil an den Transaktionen von 6,2 Prozent im Jahr 2023 auf 10,2 Prozent im Jahr 2025.
- Im stationären Einzelhandel erreichte die Karte 2025 laut EHI einen Umsatzanteil von 65,1 Prozent, Bargeld kam auf 32,3 Prozent.
- 80 Prozent der Befragten halten es laut Bundesbank für wichtig, dass weiterhin bar bezahlt werden kann.
Erstmals wird öfter unbar als bar bezahlt
Die Deutsche Bundesbank befragt seit 2008 regelmäßig repräsentativ ausgewählte Menschen zu ihrem Zahlungsverhalten, die aktuelle Studie ist bereits die achte ihrer Art. Für die Ausgabe 2025 wurden vom 8. September bis 2. Dezember 2025 insgesamt 6.070 Interviews geführt, die Teilnehmenden notierten zusätzlich in einem Zahlungstagebuch 18.497 Zahlungen. Das Ergebnis: 55 Prozent der Alltagszahlungen erfolgten unbar, 2023 waren es 49 Prozent. Bargeld kam auf einen Transaktionsanteil von 44,7 Prozent, zwei Jahre zuvor waren es noch 50,5 Prozent. Damit bleibt Bargeld zwar das am häufigsten eingesetzte einzelne Zahlungsmittel, wird aber erstmals bei weniger als der Hälfte der Einkäufe genutzt. Auf Platz zwei folgt die Debitkarte mit 26,2 Prozent der Transaktionen, davon allein die Girocard mit 20,1 Prozent. Die Kreditkarte kam auf 4,7 Prozent, Internetbezahlverfahren auf 6,5 Prozent. Fast alle Befragten besitzen eine Debitkarte, nämlich 98 Prozent, eine Girocard haben 90 Prozent. Im Portemonnaie trugen die Befragten durchschnittlich 98 Euro Bargeld, nur 4 Prozent verzichteten ganz darauf.
Gemessen am Umsatz dominieren unbare Zahlungen
Betrachtet man nicht die Zahl, sondern den Wert der Einkäufe, verschiebt sich das Bild deutlich. Laut Bundesbank entfielen 2025 nur 23,3 Prozent des erfassten Umsatzes auf Bargeld, 2017 waren es noch 47,6 Prozent. Die Debitkarte war mit 27,8 Prozent das umsatzstärkste Zahlungsmittel, Überweisungen kamen auf 18,5 Prozent, Internetbezahlverfahren auf 8,9 Prozent und Kreditkarten auf 8,7 Prozent. Lastschriften erreichten 4,3 Prozent des Umsatzes. Zusammen stehen unbare Verfahren damit für gut drei Viertel der Ausgaben, die Bundesbank beziffert den Anteil auf 77 Prozent. Ein Grund sind die Beträge: Lastschriften und Überweisungen werden für höhere Summen genutzt und gewinnen deshalb beim Umsatz an Gewicht. Bargeld setzen die Menschen dagegen weiterhin am häufigsten im Einzelhandel für den täglichen Bedarf, in der Gastronomie, im Freizeitbereich sowie auf Märkten und im Straßenverkauf ein. Bei Zahlungen zwischen Privatpersonen liegt der Bargeldanteil bei 71 Prozent. Im Internet entfallen 50 Prozent der Bezahlvorgänge und 32 Prozent des Umsatzes auf spezielle Internetbezahlverfahren.
Mobiles Bezahlen hat sich fast verdoppelt
Den stärksten Zuwachs verzeichneten mobile Bezahlverfahren per Smartphone oder Wearable. Ihr Anteil an den Transaktionen stieg laut Bundesbank von 6,2 Prozent im Jahr 2023 auf 10,2 Prozent im Jahr 2025, am Umsatz von 5,0 auf 7,4 Prozent. 2017 lag der Transaktionsanteil noch bei 0,1 Prozent. 36 Prozent der Befragten haben schon mindestens einmal mobil bezahlt, besonders verbreitet ist das bei jüngeren Menschen. In den digitalen Geldbörsen sind dabei meist Kredit- oder Debitkarten hinterlegt. Bei Zahlungen zwischen Privatpersonen werden bereits 17 Prozent mobil abgewickelt. Auch der Handel bestätigt den Trend: Nach der EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ wurden 2025 im stationären Einzelhandel 19,3 Prozent aller unbaren Zahlungen an der Ladenkasse mobil erledigt, nach 12,8 Prozent im Vorjahr. Das entspricht 9,3 Prozent der insgesamt 20 Milliarden jährlichen Zahlungsvorgänge im Handel. Fast neun von zehn Kartenzahlungen laufen dort inzwischen kontaktlos. Der Kartenumsatz im stationären Einzelhandel summierte sich laut EHI auf 328,6 Milliarden Euro, ein Plus von 14,5 Milliarden Euro.
Bargeld bleibt akzeptiert und erwünscht
Trotz des Wandels ist Bargeld fest verankert. Bei Einkäufen vor Ort war Barzahlung 2025 in 94 Prozent der Fälle möglich, unbare Zahlung in 86 Prozent, 5 Prozentpunkte mehr als 2023. 80 Prozent der Befragten halten es für wichtig, dass auch künftig bar bezahlt werden kann. Bei den persönlichen Vorlieben liegen unbare Zahlungsmittel mit 52 Prozent vorn, 26 Prozent bevorzugen Bargeld. Der Handel zeichnet ein ähnliches Bild: Im stationären Einzelhandel lag Bargeld 2025 nach Zahl der Einkäufe laut EHI mit 50,5 Prozent knapp vor der Karte mit 48,1 Prozent. Beim Umsatz erreichte die Karte 65,1 Prozent und Bargeld 32,3 Prozent, nach 33,8 Prozent im Vorjahr. Die Girocard allein stand für 40,5 Prozent des Umsatzes. Die Werte weichen von der Bundesbank ab, weil das EHI nur den stationären Handel erfasst. Auch europaweit geht die Barzahlung zurück: Im Euroraum wurden 2024 laut Europäischer Zentralbank 52 Prozent der Zahlungen an der Ladenkasse bar beglichen, 2019 waren es 72 Prozent.
| Zahlungsmittel | Transaktionen 2025 | Transaktionen 2023 | Umsatz 2025 | Umsatz 2023 |
|---|---|---|---|---|
| Bargeld | 44,7 % | 50,5 % | 23,3 % | 25,9 % |
| Debitkarte | 26,2 % | 27,5 % | 27,8 % | 32,1 % |
| Mobile Bezahlverfahren | 10,2 % | 6,2 % | 7,4 % | 5,0 % |
| Internetbezahlverfahren | 6,5 % | 3,5 % | 8,9 % | 5,7 % |
| Kreditkarte | 4,7 % | 5,7 % | 8,7 % | 9,7 % |
| Überweisung | 2,9 % | 2,2 % | 18,5 % | 17,0 % |
| Lastschrift | 2,6 % | 2,1 % | 4,3 % | 3,5 % |
Häufige Fragen
Wird in Deutschland noch überwiegend bar bezahlt?
Nein, 2025 wurden laut Bundesbank erstmals 55 Prozent der Alltagszahlungen unbar getätigt. Bargeld bleibt mit 45 Prozent aber das am häufigsten genutzte einzelne Zahlungsmittel.
Wie hoch ist der Bargeldanteil am Umsatz?
Gemessen am Wert der Einkäufe entfielen 2025 laut Bundesbank 23,3 Prozent auf Bargeld. Im stationären Einzelhandel lag der Bargeldanteil am Umsatz laut EHI bei 32,3 Prozent.
Wie verbreitet ist mobiles Bezahlen?
Mobile Bezahlverfahren kamen 2025 auf 10,2 Prozent aller Transaktionen, nach 6,2 Prozent im Jahr 2023, meldet die Bundesbank. 36 Prozent der Befragten haben schon mindestens einmal mobil bezahlt.
Wie viel Bargeld tragen die Deutschen bei sich?
Im Durchschnitt hatten die Befragten 2025 laut Bundesbank 98 Euro im Portemonnaie. Nur 4 Prozent verzichteten ganz auf Bargeld, 43 Prozent bewahrten zusätzlich Bargeld zu Hause auf.
Wie steht Deutschland im europäischen Vergleich da?
Im Euroraum wurden 2024 laut Europäischer Zentralbank 52 Prozent der Zahlungen an der Ladenkasse bar beglichen, 2019 waren es 72 Prozent. Die Erhebungen von EZB und Bundesbank unterscheiden sich methodisch und sind daher nur grob vergleichbar.
Quellen
- Deutsche Bundesbank, Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 (Pressemitteilung). bundesbank.de Abruf 2026-10-27
- Deutsche Bundesbank, Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 (Studie, PDF). bundesbank.de Abruf 2026-10-27
- EHI Retail Institute, Smartphone statt Portemonnaie: Mobile Payment boomt. ehi.org Abruf 2026-10-27
- Europäische Zentralbank, Study on the payment attitudes of consumers in the euro area 2024. ecb.europa.eu Abruf 2026-10-27
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