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Wie weit ist der Glasfaser­ausbau in Deutschland?

Stand 27. Oktober 2026939 Wörter5 QuellenRedaktion globalwirtschaft.de
Kurz beantwortet

Nach der BREKO-Marktanalyse lag die Glasfaserausbauquote zum Stichtag 30. Juni 2026 bei 62,0 Prozent, das entspricht 28,7 Millionen Homes Passed. Bis ins Gebäude angeschlossen waren 13,8 Millionen Anschlüsse, eine Quote von 29,8 Prozent. Die Bundesnetzagentur zählte Ende 2025 27,1 Millionen Homes Passed und 6,4 Millionen aktive Glasfaseranschlüsse. Die Gigabitstrategie des Bundes sah bis Ende 2025 Glasfaser für die Hälfte aller Haushalte und Unternehmen vor, bis 2030 eine flächendeckende Versorgung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Glasfaserausbauquote stieg laut BREKO bis Mitte 2026 um 9,2 Prozentpunkte auf 62,0 Prozent, das entspricht 28,7 Millionen Homes Passed.
  • Bis ins Gebäude angeschlossen waren Mitte 2026 13,8 Millionen Wohnungen und Unternehmen, die Glasfaseranschlussquote lag bei 29,8 Prozent.
  • Die Zahl der gebuchten Glasfaseranschlüsse stieg bis Mitte 2026 um 1,3 Millionen auf 7,9 Millionen.
  • Die Bundesnetzagentur zählte Ende 2025 27,1 Millionen Homes Passed, nach 21,8 Millionen ein Jahr zuvor.
  • Im EU-Durchschnitt erreichte Glasfaser bis ins Gebäude 2025 laut Eurostat 74 Prozent der Haushalte, in Deutschland waren es laut Breitbandatlas Mitte 2025 44 Prozent.
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Die Glasfaser­ausbau­quote steigt auf 62 Prozent

Der Bundesverband Breitbandkommunikation BREKO hat seine Marktanalyse 2026 erstmals von IW Consult erstellen lassen, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft. Zum Stichtag 30. Juni 2026 erreichte die Glasfaserausbauquote 62,0 Prozent, das entspricht 28,7 Millionen Homes Passed. Gemeint sind Anschlüsse, bei denen die Glasfaser in unmittelbarer Nähe der Grundstücksgrenze verläuft, sodass ein aktiver Anschluss technisch innerhalb von vier Wochen eingerichtet werden kann. Bezugsgröße sind 46,2 Millionen Wirtschaftseinheiten, also Wohnungen und Unternehmen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Quote um 9,2 Prozentpunkte. Die Zeitreihe zeigt das Tempo: Mitte 2022 lag die Quote bei 26,4 Prozent, Mitte 2023 bei 35,6 Prozent, Mitte 2024 bei 43,2 Prozent und Mitte 2025 bei 52,8 Prozent. Im Ländervergleich führt Schleswig-Holstein mit 94,0 Prozent, gefolgt von Hamburg mit 92,5 Prozent und Bremen mit 88,9 Prozent. Den stärksten Zuwachs verzeichneten das Saarland mit 19,0 und Berlin mit 16,8 Prozentpunkten.

13,8 Millionen Anschlüsse reichen bis ins Gebäude

Für die Nutzung entscheidend ist der Hausstich, also die Leitung von der Straße bis ins Gebäude. Zur Jahresmitte 2026 waren laut BREKO 13,8 Millionen Wohnungen und Unternehmen auf diese Weise angeschlossen. Diese Homes Connected können ohne zusätzliche Baumaßnahmen in Betrieb genommen werden. Die Glasfaseranschlussquote lag damit bei 29,8 Prozent, nach 27,3 Prozent ein Jahr zuvor und 17,4 Prozent Mitte 2022. Zuletzt kamen 1,2 Millionen Homes Connected hinzu, im Vorjahreszeitraum waren es 2,1 Millionen. Ein Grund ist der Aufwand: Der Hausstich ist mit mittleren Kosten von 1.950 Euro je Anschluss der teuerste Teil des Ausbaus, Netzbetreiber legen ihn daher kaum noch ohne Kundenvertrag. Die Zahl der gebuchten Anschlüsse, der Homes Activated, stieg um 1,3 Millionen auf 7,9 Millionen. Die Take-up-Rate, also der Anteil aktiver Verträge an den Homes Passed, blieb stabil bei 27 Prozent. Insgesamt investierte die Branche 2025 laut BREKO 15,3 Milliarden Euro in Breitbandnetze.

Die Bundesnetz­agentur zählt 6,4 Millionen aktive Anschlüsse

Die Zahlen der Bundesnetzagentur beziehen sich auf das Jahresende und beruhen auf den gemeldeten absoluten Werten der Unternehmen. Im Jahresbericht Telekommunikation 2025 weist die Behörde für Ende 2025 27,1 Millionen Homes Passed aus, nach 21,8 Millionen Ende 2024 und 17,9 Millionen Ende 2023. Aktive und nicht aktive FttH-Anschlüsse, bei denen die Glasfaser bis in die Wohnung reicht, summierten sich auf 7,1 Millionen, ein Plus von 1,6 Millionen innerhalb eines Jahres. Hinzu kamen 3,3 Millionen FttB-Anschlüsse, bei denen die Glasfaser bis ins Gebäude führt. Tatsächlich genutzt wurden Ende 2025 6,4 Millionen Glasfaseranschlüsse, 1,1 Millionen mehr als ein Jahr zuvor, davon rund 5,2 Millionen FttH und rund 1,2 Millionen FttB. Ihr Anteil an allen aktiven Breitbandanschlüssen im Festnetz stieg auf 17 Prozent. Fast 87 Prozent der aktiven Glasfaseranschlüsse hatten eine vermarktete Downloadrate von mindestens 100 Mbit/s. Die Take-up-Rate beziffert die Bundesnetzagentur für Ende 2025 auf etwa 24 Prozent.

Deutschland holt im europäischen Vergleich auf

Bezogen auf Haushalte weist der Breitbandatlas die Versorgung aus, den die Bundesnetzagentur als Teil des Gigabit-Grundbuchs betreibt und zweimal jährlich aktualisiert. Mitte 2025 lag die Glasfaserversorgung auf Basis von FttH und FttB bei 44 Prozent der Haushalte, nach 36,8 Prozent Mitte 2024. Gigabitanschlüsse über alle Technologien hinweg konnten 79 Prozent der Haushalte nachfragen. Anschlüsse mit mindestens 100 Mbit/s standen 94,8 Prozent der Haushalte zur Verfügung. Im EU-Durchschnitt erreichte Glasfaser bis ins Gebäude laut Eurostat 2025 bereits 74 Prozent der Haushalte, gigabitfähige Netze standen 86 Prozent offen. Nach Einschätzung des BREKO holt Deutschland gegenüber dem EU-Durchschnitt auf. Die Ziele sind klar gesteckt: Die Gigabitstrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2022 sah als ersten Schritt Glasfaser für 50 Prozent aller Haushalte und Unternehmen bis Ende 2025 vor, bis 2030 soll die Versorgung mit FttH flächendeckend sein. Die EU strebt an, dass bis 2030 alle Haushalte Zugang zu Gigabitnetzen haben.

Glasfaserausbau in Deutschland, jeweils zur Jahresmitte 2023 bis 20264 Zeilen
StandHomes PassedHomes ConnectedHomes ActivatedAusbauquoteAnschlussquote
Mitte 202317,3 Mio.8,9 Mio.4,4 Mio.35,6 %18,3 %
Mitte 202419,9 Mio.10,5 Mio.5,2 Mio.43,2 %22,8 %
Mitte 202524,3 Mio.12,6 Mio.6,6 Mio.52,8 %27,3 %
Mitte 202628,7 Mio.13,8 Mio.7,9 Mio.62,0 %29,8 %
Quelle: BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation, BREKO Marktanalyse 2026

Häufige Fragen

Wie viele Haushalte in Deutschland haben Zugang zu Glasfaser?

Laut BREKO-Marktanalyse lag die Glasfaserausbauquote zur Jahresmitte 2026 bei 62,0 Prozent, das entspricht 28,7 Millionen Wohnungen und Unternehmen. Die Bundesnetzagentur zählte Ende 2025 27,1 Millionen Homes Passed.

Was ist der Unterschied zwischen Homes Passed und Homes Connected?

Bei Homes Passed verläuft die Glasfaser in unmittelbarer Nähe der Grundstücksgrenze, ein aktiver Anschluss ist technisch binnen vier Wochen möglich. Bei Homes Connected ist der Hausstich erfolgt, Mitte 2026 traf das laut BREKO auf 13,8 Millionen Anschlüsse zu.

Wie viele Glasfaseranschlüsse werden tatsächlich genutzt?

Die Bundesnetzagentur zählte Ende 2025 6,4 Millionen aktive Glasfaseranschlüsse, 1,1 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. BREKO meldet für Mitte 2026 7,9 Millionen gebuchte Anschlüsse.

Was sieht das Glasfaserziel der Bundesregierung vor?

Die Gigabitstrategie sah vor, bis Ende 2025 die Hälfte aller Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser zu versorgen und bis 2030 flächendeckend mit FttH. Nach BREKO lag die Ausbauquote Mitte 2025 bei 52,8 Prozent, der haushaltsbezogene Breitbandatlas wies für denselben Zeitpunkt 44 Prozent aus.

Wie steht Deutschland im EU-Vergleich da?

Im EU-Durchschnitt waren 2025 laut Eurostat 74 Prozent der Haushalte mit Glasfaser bis ins Gebäude versorgt. Deutschland kam laut Breitbandatlas Mitte 2025 auf 44 Prozent, holt nach Einschätzung des BREKO aber auf.

Quellen

  1. BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation e. V., BREKO Marktanalyse 2026. brekoverband.de Abruf 2026-10-27
  2. BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation e. V., BREKO-Marktanalyse 2026 mit neuem Geschäftsklimaindex Telekommunikation. brekoverband.de Abruf 2026-10-27
  3. Bundesnetzagentur, Jahresbericht Telekommunikation 2025. data.bundesnetzagentur.de Abruf 2026-10-27
  4. Eurostat, Towards Digital Decade targets for Europe. ec.europa.eu Abruf 2026-10-27
  5. Europäische Kommission, Digital connectivity in Germany. digital-strategy.ec.europa.eu Abruf 2026-10-27

Die Angaben sind mit Sorgfalt recherchiert und mit Quelle belegt. Sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

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